Kurzporträt

Das gewerbliche Schulwesen in Württemberg reicht in das frühe 19. Jahrhundert zurück. Am 1. Juli 1865 wurde in Spaichingen die freiwillige Gewerbliche Fortbildungsschule mit 28 Schüler eröffnet. Durch das Gewerbe- und Handelsschulgesetz vom 22. Juli 1906 wurde im Jahr 1909 die Gewerbeschule Spaichingen gegründet. Im Jahr 1935 gründeten elf umliegende Gemeinden einen Gewerbeschulverband für die Gewerbliche und Kaufmännische Berufsschule. Am 1. Januar 1980 ging die Trägerschaft der Berufsschule Spaichingen an den Landkreis Tuttlingen.

Die Schülerzahlen entwickelten sich stetig, von beispielsweise ca. 220 Schülern im Jahr 1946 auf 850 im Jahr 1980. Anschließend nahmen die Schülerzahlen bis Mitte der 90-er Jahre auf etwas mehr als 400 Schüler ab. In den folgenden Jahren wuchsen die Schülerzahlen kontinuierlich mit in etwa 13% jährlich auf heute in etwa 1350 Schülern, welche von 56 Lehrpersonen und einer Jugendberufshelferin begleitet und betreut werden.

Die Schul- und Qualitätsentwicklung wird erheblich von der Region und deren Infrastruktur beeinflusst. Um die Region Heuberg konzentrieren sich eine Vielzahl von kleinen und mittelständischen Industriebetriebe für Präzisionsdrehteile und teilweise Medizintechnik. Die in etwa 80% der Unternehmen dieser Region sind Zulieferer der Automobilindustrie. Die Kompetenz der Erwin Teufel Schule ist daher die Zerspanung mit einem sehr hohen Anteil von Zerspanungsmechanikern, aber auch Mechatronikern und Industriemechanikern. Neben den gewerblichen Berufen bilden wir auch seit vielen Jahren erfolgreich Industriekaufleute aus. Die steigende Entwicklung der Schülerzahlen wird zusätzlich durch die Ausweitung des Lehrangebots mit  dem technischen Berufskolleg (seit 2001) sowie dem dreijährigen dualen Berufskolleg Elektrotechnik (seit 2012) mit dem möglichen Erwerb der Fachhochschulreife begründet. Weiterhin wurde in den letzten Jahren das Bildungsangebot mit dem Berufskolleg Wirtschaft und dem Berufskolleg Ernährung und Erziehung deutlich ausgebaut. Gleichzeitig verfügen wir über ein breites Angebot an Berufsfachschulen in den Profilen Metall, Wirtschaft und Hauswirtschaft.

Die zunehmende Internationalisierung der Automobilindustrie und die Globalisierung stellen neue und höhere Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Seit Herbst 2005 wurde auf Drängen der hiesigen Industrie nach höher qualifizierten Fachleuten unsere Zerspanungskompetenz erweitert durch das Weiterbildungsangebot zum staatlich geprüften Zerspanungstechniker in Teilzeitausbildung über drei Jahre für verantwortungsvolle Führungspositionen in der Region. Die Weiterbildung zum Zerspanungstechniker hat sich innerhalb kürzester Zeit für die vielen klein- und mittelständischen Unternehmen nicht nur in der Region Heuberg bewährt.

Geschichte